BL / Mönchengladbach: Favre zu den Fohlen

Mit großer Verwunderung habe ich am Montag nach der Rückkehr von meiner Laufrunde an der Hamburger Alster Borussia Mönchengladbachs Verpflichtung Lucien Favres als Frontzeck-Nachfolger aufgenommen (Lucien Favre neuer Cheftrainer bei Borussia). Es überrascht mich, dass der Schweizer nach seinem Nachkarten gegen Hertha BSC, der am 28. September 2009 Favres Stuhl vor die Tür gesetzt hatte, in der Bundesliga überhaupt nochmal zum Zug kommt.

Acht Tage nach der Demission rechnete der inzwischen 53-Jährige damals in einer privat inszenierten Pressekonferenz in einem Berliner Nobelhotel insbesondere mit Hertha-Präsident Werner Gegenbauer und Manager Michael Preetz ab.

BL / 22. Spieltag: Der vorletzte Strohhalm

Auch als Journalist freut man sich immer auf die ganz großen Fische – wenn mal die Bayern kommen, das Nordderby Hamburger SV gegen Werder Bremen, der FC Schalke 04 oder Bayer Leverkusen; oder die internationalen Spiele des HSV in der Europa League gegen Fulham, Amsterdam, Anderlecht oder Brügge. Unvergessen auch das Pokal-Halbfinale gegen Werder, als Tim Wiese zum Elfmeterheld avancierte.

BL / 3. Spieltag: Wie viel Artenschutz ist angebracht?

Es ist eine gute und sinnige Idee, dem Torhüter beim Fußball innerhalb eines gewissen Territoriums Schutz zu gewähren. Die Frage, die sich auch am Samstag wieder stellte, ist nur, wie weit diese Zone gehen darf – räumlich wie inhaltlich.

Im Spiel von Borussia Mönchengladbach gegen Eintracht Frankfurt kam es zu einer strittigen Situation, in der sich der Schiedsrichter Dr. Jochen Drees für den Schutz des Schlussmannes entschied: ‘Fohlen’-Angreifer Mohamadou Idrissou berührte Eintracht-Torwart Oka Nikolov bei Luftduell im Fünfmeterraum, sein Interesse aber galt nur dem Ball, nicht dem Deutsch-Mazedonier.

BL / 2. Spieltag: Bayer bravourös blamiert

Offen wie ein Scheunentor – die treffendste Beschreibung für die Defensivkünste von Bayer Leverkusen am zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga. “Wir haben Gladbach zur Party eingeladen, und dafür sind wir bestraft worden”, bilanzierte Bayer-Coach Jupp Heynckes nach der 3:6-Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach. Das Resultat klingt wie das Element eines Tennis-Ergebnisses, ist aber wahnsinnige Fußball-Realität. “Wir waren heute alle schlecht. Aber so werden wir in der gesamten Saison mit Sicherheit nicht noch einmal auftreten”, sagte Nationaltorhüter René Adler.

Des einen Leid, des anderen Freud’: “Bei uns hat heute alles gepasst”, sagte Gladbachs Trainer Michael Frontzeck, “ein außergewöhnlicher Tag für uns.” Mit zwei Treffern vor der Pause ragte insbesondere Youngster Patrick Herrmann heraus (20. & 44. Minute). Die weiteren ‘Fohlen’-Treffer erzielten Roel Brouwers (40.), Juan Arango (56.), Mohamadou Idrissou (60.) sowie Marco Reus (69.). “Wir haben das gebracht, was bei uns möglich ist”, resümierte Frontzeck. Und das war am zweiten Spieltag nicht wenig. Zumindest hat Mönchengladbach Bayer Leverkusen damit bravourös blamiert.

Gewinner des 20. Spieltags: Die beiden B-Bomber

Bobadilla und Bunjaku – man muss kein Ahnenforscher sein, um zu erkennen, dass diese Herren keine Angehörigen der deutschen Staatsbürgerschaft sind. Aber die beiden sind die “B-Bomber” des 20. Spieltags. Der einmalige schweizerische Nationalspieler Albert Bunjaku schoss beim 3:1-Erfolg des 1. FC Nürnberg den Kontrahenten Hannover 96 quasi im Alleingang ab. Ein Hattrick, aber nicht in Reinkultur. Zum einen traf Jiri Stajner für die “Roten” zum zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstreffer, zweitens gelangen die Treffer nicht in einer Spielhälfte. Dem Angreifer und seinem Trainer, dem ehemaligen 96-Coach Dieter Hecking, wird das egal sein. “Ich freue mich riesig, dass ich heute wieder getroffen habe”, sagte Bunjaku. “Es war wichtig für das Selbstvertrauen, heute sind wir mit dem Druck gut umgegangen und haben den Dreier verdient.”

Gewinner des 11. Spieltags: Das trojanische Fohlen

Da gab Borussia Mönchengladbach dem Hamburger SV 75 Minuten lang das Gefühl des leicht verdienten Erfolges und wartete dann umgehend mit überraschend schnellem Offensivspiel auf. Mit der “trojanische Pferd”-Taktik bogen die Fohlen den 1:2-Rückstand binnen sechs Minuten durch die Tore von Innenverteidiger Dante (76. Minute) und dem eingewechselten Rob Friend (82.) und entführten drei Zähler im Kampf gegen den Abstieg aus der Hansestadt.

“Am Ende ist es egal, wer die Tore schießt. Wichtig ist, dass wir heute gewonnen haben.” (Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldspieler Marco Reus nach dem 3:2-Erfolg beim Hamburger SV)