BL / 22. Spieltag: Der vorletzte Strohhalm

Auch als Journalist freut man sich immer auf die ganz großen Fische – wenn mal die Bayern kommen, das Nordderby Hamburger SV gegen Werder Bremen, der FC Schalke 04 oder Bayer Leverkusen; oder die internationalen Spiele des HSV in der Europa League gegen Fulham, Amsterdam, Anderlecht oder Brügge. Unvergessen auch das Pokal-Halbfinale gegen Werder, als Tim Wiese zum Elfmeterheld avancierte.

BL / 2. Spieltag: Bayer bravourös blamiert

Offen wie ein Scheunentor – die treffendste Beschreibung für die Defensivkünste von Bayer Leverkusen am zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga. “Wir haben Gladbach zur Party eingeladen, und dafür sind wir bestraft worden”, bilanzierte Bayer-Coach Jupp Heynckes nach der 3:6-Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach. Das Resultat klingt wie das Element eines Tennis-Ergebnisses, ist aber wahnsinnige Fußball-Realität. “Wir waren heute alle schlecht. Aber so werden wir in der gesamten Saison mit Sicherheit nicht noch einmal auftreten”, sagte Nationaltorhüter René Adler.

Des einen Leid, des anderen Freud’: “Bei uns hat heute alles gepasst”, sagte Gladbachs Trainer Michael Frontzeck, “ein außergewöhnlicher Tag für uns.” Mit zwei Treffern vor der Pause ragte insbesondere Youngster Patrick Herrmann heraus (20. & 44. Minute). Die weiteren ‘Fohlen’-Treffer erzielten Roel Brouwers (40.), Juan Arango (56.), Mohamadou Idrissou (60.) sowie Marco Reus (69.). “Wir haben das gebracht, was bei uns möglich ist”, resümierte Frontzeck. Und das war am zweiten Spieltag nicht wenig. Zumindest hat Mönchengladbach Bayer Leverkusen damit bravourös blamiert.

Gewinner des 14. Spieltags: “Fohlen” im Galopp

Bayer Leverkusen zaubert an der Spitze, Bayern München findet zurück in die Spur, aber beachtlich mausert sich auch Borussia Mönchengladbach in der Tabelle – alles auf etwas niedrigerem Niveau, etwas tiefer im Klassement der Fußball-Bundesliga angesiedelt, aber stetig und erfolgreich dennoch. Nach der 1:2-Niederlage beim Deutschen Meister VfL Wolfsburg bekleidete das Team von Trainer Michael Frontzeck den vorletzten Rang – der Tiefpunkt dieser Spielzeit.

“Vor fünf oder sechs Wochen hätten wir das gestrige Spiel sicher noch nicht gewonnen.” (Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldspieler Thorben Marx nach dem 1:0-Erfolg gegen Schalke 04)

Gewinner des 11. Spieltags: Das trojanische Fohlen

Da gab Borussia Mönchengladbach dem Hamburger SV 75 Minuten lang das Gefühl des leicht verdienten Erfolges und wartete dann umgehend mit überraschend schnellem Offensivspiel auf. Mit der “trojanische Pferd”-Taktik bogen die Fohlen den 1:2-Rückstand binnen sechs Minuten durch die Tore von Innenverteidiger Dante (76. Minute) und dem eingewechselten Rob Friend (82.) und entführten drei Zähler im Kampf gegen den Abstieg aus der Hansestadt.

“Am Ende ist es egal, wer die Tore schießt. Wichtig ist, dass wir heute gewonnen haben.” (Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldspieler Marco Reus nach dem 3:2-Erfolg beim Hamburger SV)