BL / 8. Spieltag: Provokateur Podolski – Rolfes rettet Leverkusen

Simon Rolfes reichten am Samstagabend 20 Minuten für die große Rettung. Beim Stand von 0:2 wechselte Bayer 04 Leverkusens Coach Jupp Heynckes den deutschen Fußball-Nationalspieler gegen den VfL Wolfsburg ein. Drei Minuten später stellte der Mittelfeldakteur den Anschlusstreffer her und provozierte eine Viertelstunde vor Schluss ein Handspiel Makoto Hasebes im Strafraum. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Arturo Vidal – 2:2. Mit seinem dritten Streich am Abend holte Kurzarbeiter Rolfes drei Punkte nach Leverkusen, per Kopf erzielte der 28-Jährige in der 82. Minute den 3:2-Siegtreffer. Da drängt sich die Frage auf: Wie hoch hätte Bayer gewonnen, wenn dieser Rolfes über 90 statt 20 Minuten mitgewirkt hätte?

Derart Positives würde wohl auch Lukas Podolski gerne mal wieder über sich lesen. Der Kölner schrieb am Freitagabend zwar auch fleißig Schlagzeilen, peinliche. Hormonell überflügelt von seinem wirklich tollen 1:1-Ausgleichstreffer im Heimspiel gegen den neuen Tabellenführer Borussia Dortmund provozierte “Poldi” den türkischen Nationalspieler mit einer 3:0-Geste in Anspielung auf Deutschlands Erfolg gleicher Höhe in der EM-Qualifikation gegen Sahin und dessen Land. Die Retourkutsche folgte sprichtwörtlich auf dem Fuße, auf Sahins. Der 22 Jahre junge Türke besorgte in der ersten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer für den BVB, der damit nach dem 1:0-Coup des Hamburger SV beim bisherigen Spitzenreiter FSV Mainz 05 die Liga anführt.

BL / 2. Spieltag: Bayer bravourös blamiert

Offen wie ein Scheunentor – die treffendste Beschreibung für die Defensivkünste von Bayer Leverkusen am zweiten Spieltag der Fußball-Bundesliga. “Wir haben Gladbach zur Party eingeladen, und dafür sind wir bestraft worden”, bilanzierte Bayer-Coach Jupp Heynckes nach der 3:6-Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach. Das Resultat klingt wie das Element eines Tennis-Ergebnisses, ist aber wahnsinnige Fußball-Realität. “Wir waren heute alle schlecht. Aber so werden wir in der gesamten Saison mit Sicherheit nicht noch einmal auftreten”, sagte Nationaltorhüter René Adler.

Des einen Leid, des anderen Freud’: “Bei uns hat heute alles gepasst”, sagte Gladbachs Trainer Michael Frontzeck, “ein außergewöhnlicher Tag für uns.” Mit zwei Treffern vor der Pause ragte insbesondere Youngster Patrick Herrmann heraus (20. & 44. Minute). Die weiteren ‘Fohlen’-Treffer erzielten Roel Brouwers (40.), Juan Arango (56.), Mohamadou Idrissou (60.) sowie Marco Reus (69.). “Wir haben das gebracht, was bei uns möglich ist”, resümierte Frontzeck. Und das war am zweiten Spieltag nicht wenig. Zumindest hat Mönchengladbach Bayer Leverkusen damit bravourös blamiert.

Verlierer des 33. Spieltags: Gelockt und gelähmt

Zu wenig für das große Ziel: das Geschäft “Königsklasse” lockt die Bundesligisten und lähmt gleichermaßen. Weder Borussia Dortmund noch Bayer 04 Leverkusen kamen in ihren Heimspielen zu dreifachen Punkterfolgen. Die Westfalen mussten sich gegen den VfL Wolfsburg mit einem 1:1 begnügen. Auch Bayer mühte sich gegen Absteiger Nummer eins, Hertha BSC, zum gleichen Ergebnis. Resultate wie gemacht für Werder Bremen, das die von den drei Kandidaten für die Champions-League-Teilnahme in der kommenden Spielzeit schwierigste Herausforderung glänzend bewältigte und auf Schalke 2:0 gewann.

Gewinner des 8. Spieltags: Tuchels Triumphzug

“Mit der ersten halben Stunde waren wir sehr zufrieden. Ein Stück weit ist eingetreten, was oft eintritt, wenn der Underdog gegen den Favoriten führt, dann mit zwei Toren führt. Plötzlich kommt eine Stimmung auf: Das könnte reichen mit zwei Toren. Wollen wir das nicht verteidigen, uns zehn Meter tiefer stellen, Räume eng halten und uns auf kontern verlegen? Das war eigentlich nicht der Plan, aber okay. Natürlich ist auch Qualität auf der anderen Seite. Dass wir dann unter Druck geraten, ist ein Stück weit verständlich. Und trotzdem haben wir den Anspruch für die nächste Zeit, uns bei eigenem Ballbesitz unter Druck besser zu befreien, uns mehr Erholungszeiten zu verschaffen, die gegnerische Hälfte sauberer anzuspielen, unter Druck mehr auf Ballbesitz spielen zu können, dass wir nicht mehr so unter Druck geraten wie wir heute unter Druck gesetzt wurden. Diese Qualität spricht für sich, die letzten fünf Siege von Hoffenheim sprechen auch für sich. Deshalb schauen wir heute gerne ein Stück weit darüber hinweg, weil am Ende die drei Punkte hier geblieben sind. Dass es nochmal so eng wird, war zwar nicht überraschend, hätten aber gerne darauf verzichtet, und sind trotzdem alles andere als traurig darüber. Wir freuen uns über drei Punkte gegen einen richtig großen Brocken.”

Verlierer des 8. Spieltags: Bye, bye, Bayern!

Nach dem guten Auftrifft des FC Bayern München in der Champions League gegen Juventus Turin am Mittwoch waren drei Zähler gegen den 1. FC Köln fest einkalkuliert. Doch der Rekordmeister ist  am Samstag hart in der Liga-Realität gelandet. 0:0. Gegen ein Team aus dem Souterrain der Tabelle verschenkten die Bayern zwei Punkte und verpassten den Anschluss an die Startplätze der Königsklasse. “Bye, bye, Bayern!”, grüßt insbesondere Bayer 04 Leverkusen von der Spitze. Den Rheinländern gelang unter Jupp Heynckes, Bayerns post-Klinsmann-Übergangslösung der vergangenen Spielzeit, mit sechs Siegen und zwei Unentschieden ein Saisonstart nach Maß.