Die Schiedsrichter kommen in der laufenden Spielzeit nicht aus den Schlagzeilen: Ihre Leistungen – aber das ist jede Saison so – werden eifrig diskutiert, obwohl sie höchste Anerkennung für ihre vielen korrekten Entscheidungen verdienen. Mit den Spekulationen um mögliche Steuerhinterziehungen tut sich die Zunft keinen Gefallen – von der Posse um Manfred Amerell und Michael Kempter ganz zu schweigen.
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BL / 20. Spieltag: Glatt gelaufen
Nicht eine Punkteteilung sah der 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga vor. Alle neun Begegnungen fanden ihren Sieger. Die Betrachtung der Resultate belegt: Sechs Erfolgen der Gäste-Teams stehen nur drei Heimsiege entgegen. Einzig der 1. FC Nürnberg und Bayer Leverkusen mit ihren 2:0-Erfolgen gegen den Hamburger SV respektive Hannover 96 sowie der FC St. Pauli (3:0 gegen den 1. FC Köln) siegten vor heimischer Kulisse. Dem Aufsteiger gelang damit gleichzeitig der höchste Sieg des Spieltags. Nur Spitzenreiter Borussia Dortmund triumphierte in gleicher Höhe beim VfL Wolfsburg.
Gewinner des 24. Spieltags: Saubere Leistung, schmutziger Punkt
Verzückt quiekt das Phrasenschwein einer bekannten sonntäglichen Fernseh-Diskussionsrunde zu den Geschehnissen rund um das runde Leder bei Weisheiten wie “Das nächste Spiel ist immer das schwerste” (obwohl’s ja so ist…) und “Abgerechnet wird zum Schluss” (auch das ist wahr).
Aber es sind eben doch diese Punkte, die am Ende nochmal wichtig werden können – das heißt im Umkehrschluss, dass es auch unwichtige Zähler gibt …!? Gut, das sind dann wohl diejenigen, die zum Bewahren des nach dem 34. Spieltags erreichten überschüssigen Punkte. Wobei diese Rechnung vorsichtig zu führen ist, da diese überobligatorischen Leistungshonorationen – hätte man die Siege oder Unentschieden nicht geholt – anderen Teams gutgeschrieben worden wären. Aber das soll hier nicht das Thema sein.
Der VfL Bochum (0:0 gegen den 1. FC Nürnberg) und der 1. FC Köln (0:0 bei Bayer 04 Leverkusen) sammelten am Samstag richtig schmutzig erkämpfte Punkte. Nicht schön, aber zweckmäßig. Denn – drei Euro ins Schweinchen – am Ende interessiert niemanden, wie diese Punkte zustande gekommen sind. Ach ja, und Fußball wird nicht im Konjunktiv gespielt. Sei’s drum. Weil Hertha BSC (0:2 gegen TSG 1899 Hoffenheim) und Hannover 96 (0:1 gegen den VfL Wolfsburg) am Tabellenende nicht vom Fleck kommen, sind die torlosen Unentschieden von Bochum und Köln die Coups des Spieltags. Abstand ausgebaut – und ein Spiel weniger, um eingeholt zu werden im Schneckenrennen Klassenverbleib. Aber mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Und: Steter Tropfen höhlt den Stein. Sind das eigentlich auch Phrasen?
Verlierer des 21. Spieltags: Der Schuhschmeißer
Torhüter genießen – wie in zahlreichen weiteren Ballsporten auch – eine Sonderstellung. Sie wirken dem eigentlichen Ziel des Spiels, Tore zu erzielen, entgegen. “Torwart und Linksaußen haben eine Macke” lautet die inflationär verwendete Fußball-Weisheit. Da der klassische Linksaußen aus dem heutigen Spiel verschwunden ist, bleibt der Torspieler – wie er in den Lehrbüchern des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) genannt wird – der einzige sportliche Exot. Extravagante Feldspieler wie der Portugiese Abel Xavier oder der Nigerianer Taribo West, die mit ausgefallenen Frisuren auf sich aufmerksam machten, seien vernachlässigt.