Die Schiedsrichter kommen in der laufenden Spielzeit nicht aus den Schlagzeilen: Ihre Leistungen – aber das ist jede Saison so – werden eifrig diskutiert, obwohl sie höchste Anerkennung für ihre vielen korrekten Entscheidungen verdienen. Mit den Spekulationen um mögliche Steuerhinterziehungen tut sich die Zunft keinen Gefallen – von der Posse um Manfred Amerell und Michael Kempter ganz zu schweigen.
Mit seinem Suizidversuch schockte Babak Rafati am Samstag die Fußball-Nation. “Es ist bedenklich, wenn ein Mensch sowas macht – auch außerhalb des Fußballs”, sagte Hoffenheims Manager Ernst Tanner. Betroffen reagierte er auf den Vorfall: “Man kennt sich ja.” Am Sonntag hatte ich nach der 0:2-Niederlage seines Clubs beim Hamburger SV Gelegenheit, das ‘Thema Rafati’ mit Tanner zu besprechen. “Der Druck in dem Geschäft ist immens hoch. Das ist klar”, betonte er.
“Man sollte jetzt erstmal abwarten, was dazu geführt hat und dann schauen, wie man ihn wieder integrieren kann.”
(Hoffenheims Manager Ernst Tanner zum Suizidversuch des Bundesliga-Schiedsrichters Babak Rafati)
Nach der Landung in der Hansestadt am Vortag hatte der Manager von Rafatis Selbsttötungsversuch in einem Kölner Hotel erfahren. Die Partie zwischen den Domstädtern und dem 1. FSV Mainz 05 musste abgesagt werden, da bis zum Anpfiff kein Ersatzgespann zusammengerufen werden konnte.
“Man sollte jetzt erstmal abwarten, was dazu geführt hat und dann schauen, wie man ihn wieder integrieren kann”, meint Tanner. Er widersprach einem Journalisten-Kollegen, der Rafati als Bundesliga-Schiedsrichter künftig als nicht mehr vermittelbar ansieht. “Das sehe ich nicht so”, widersprach der 45-Jährige.