Erst lief die Zeit über Wochen gegen den Hamburger SV – jetzt können sie beim Bundesliga-Dino kaum erwarten, dass sie vergeht. Die verzweifelt anmutende Trainersuche ist beendet und mündete am Donnerstag in einem Transfer-Coup. Für die geschätzte Ablöse in Höhe von rund einer Million Euro kommt Thorsten Fink vom FC Basel an die Elbe. Das Schnäppchen ist mit vielen Vorschusslorbeeren ausgestattet, HSV-Manager Frank Arnesen schwört große Stücke auf den 43-Jährigen.
Die Spatzen pfiffen es seit Tagen von den Dächern: Fink kokettierte in mehreren Interviews mit einem Engagement in Hamburg. Reisende soll man nicht aufhalten, dachte man sich beim Schweizer Meister, der Fink nur ungern ziehen ließ. Die Hanseaten können sich auf einen motivierten und verbindlichen Trendsetter freuen, smart im Auftritt und locker im Umgang. Charmant, gutaussehend und erfolgreich – die perfekte Mischung für eine selbstbewusste Metropole wie Hamburg.
Nach meinem Dafürhalten gibt es in der aktuellen Situation keinen besseren Mann für den HSV als den gebürtigen Dortmunder. Nicht nur, dass Fink als Spieler mit Bayern München viele Titel errang, was Arnesen überzeugte, auch das Profil passt in die Hansestadt. Mit seinem Elan wird Fink es schaffen, den HSV wieder in die Spur zu führen. Und mit seiner Akribie stehen die Chancen gut, mittelfristig wieder in der vorderen Tabellenhälfte mitzuspielen. Fink hat ein Konzept – und wenn er keines hat, entwickelt er eines.
Er schließt die Lücke, die niemand in Hamburg nach dem Abschied von Dietmar Beiersdorfer schließen konnte. Der Champions-League-Gewinner von 2001 hat das Potential, aus dem HSV wieder einen Club mit Profil zu machen. Damit kann es nicht früh genug losgehen, schon am Montag wird Fink die Arbeit im Volkspark aufnehmen. Seine Premiere gibt Fink im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am 22. Oktober (18.30 Uhr).