Nati / Kapitänsbinde: Löw löst Gretchenfrage – warum aber nicht ‘Schweini’?

Aleae iactae sunt – die Würfel sind gefallen. Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat nun also Michael Ballack als alten, neuen und künftigen Kapitän der Nationalmannschaft ausgeknobelt. Außenverteidiger Philipp Lahm soll dem 33-Jährigen als Vertreter dienen. Gelegenheit gibt es schon am Freitag und Dienstag gegen Belgien bzw. Aserbaidschan, wenn Ballack wegen mangelnder Fitness aussetzt.

Löws Entscheidung wirft Fragen auf. Gewiss ist auch: Egal, wie die Entscheidung ausgefallen wäre, hätte es Koalitionspartner und Opponenten gegeben. Lahms Lobby ist nach der gelungenen Weltmeisterschaft in Südafrika größer denn je. Und wer braucht eigentlich noch Ballack?, lautet die Gretchenfrage. Den Leverkusener seiner Kapitänswürde zu enthaupten, hätte ebenso für Zündstoff gesorgt – insbesondere, nachdem sich zuletzt einige Nationalspieler für Ballack stark gemacht hatten.

Ein weiterer Gedanke muss erlaubt sein: Warum hat sich Löw nicht für Bastian Schweinsteiger als neuen Kapitän der DFB-Elf entschieden? Der 26-Jährige vom Rekordmeister Bayern München spielte eine glänzende Saison in seinem Club, holte das Double und erreichte das Endspiel der Champions League. Auch bei der WM trumpfte Schweinsteiger groß auf, sein noch junges Alter macht ihn zur Gegenwart und Zukunft des Nationalteams – im zentralen Mittelfeld ist er Leader und Lenker des Spiels. Löw gesteht: “Derzeit sehe ich ihn und Khedira im defensiven Mittelfeld vor Ballack. Bei der WM haben beide ihre Aufgaben absolut nach meinen Vorstellungen erfüllt.” Und: Wenn sich Ballack und Lahm streiten, freut sich Schweinsteiger. Dieses mal leider nicht …

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